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Echokardiographie

Vierkammerblick

Die Echokardiographie, auch kurz Herzecho genannt, ist eine Ultraschalluntersuchung des Herzens. Mit einer Sonde, dem Schallkopf, werden Ultraschallwellen durch den Brustkorb (lat. transthorakal) Richtung Herz gesendet, vom Herzgewebe und dem im Herzen fließenden Blut verändert und zurückgeworfen und schließlich vom Schallkopf wieder empfangen. Nach elektronischer Umwandlung der zurückkommenden Signale entsteht ein Bild, das sofort, also „online“ beurteilt werden kann.

Damit lassen sich die Größe und die Wanddicke von Herzkammern und Herzvorhöfen beurteilen, ebenso wie die Funktion der Muskulatur der rechten und der linken Herzkammer. So ist beispielsweise nach einem Herzinfarkt die Beweglichkeit des Herzmuskels an einer bestimmten Stelle vermindert (hypokinetisch) oder aufgehoben (akinetisch).

Eine weitere Domäne der Echokardiographie ist die Beurteilung der Herzklappen. Durch Ausnutzung eines physikalischen Phänomens (Doppler-Effekt) wird hierbei der Blutfluss hörbar gemacht, um anhand der Geräusche die Klappenfunktion zu beurteilen. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit die Richtung des Blutflusses farblich zu kodieren (üblich ist rot für auf den Schallkopf zufließendes und blau für von ihm wegfließendes Blut). Durch Farbumschläge lassen sich damit insbesondere Undichtigkeiten an den Herzklappen gut darstellen.

Apikaler Fünfkammerblick

Die Untersuchung wird in der Regel in Linksseitenlage durchgeführt. Der Untersucher sitzt hinter Ihnen und setzt den Schallkopf, der mit einem Kontaktgel versehen ist, vorne links auf Ihren Brustkorb auf. Das Ergebnis der Echokardiographie ist sofort verfügbar und kann Ihnen auf Wunsch auch demonstriert werden. Die Untersuchung ist abgesehen von einem leichten Druck durch den Schallkopf im Bereich des Brustkorbes schmerzfrei; die Ultraschallwellen sind gesundheitlich unbedenklich, sodass Herz-Echos beliebig oft wiederholt und auch bei Kindern und in der Schwangerschaft durchgeführt werden können.

Neben dem einfachen Herzecho gibt es noch weitere echokardiographische Untersuchungsmöglichkeiten:

Transösophageale Echokardiographie, auch Schluck-Echo genannt, ist eine Echokardiographie über einen Schallkopf, der in die Speiseröhre (Oesophagus) eingebracht wird. Bestimmte Strukturen des Herzens wie der linke Herzvorhof mit dem dazugehörigen Herzohr - hier finden sich häufig Blutgerinnsel beim sogenannten Vorhofflimmern- , die Herzscheidewand und die Klappen des linken Herzens lassen sich so besser darstellen.

Die Untersuchung wird ebenfalls in Linksseitenlage durchgeführt. Der Rachen wird mit einem Spray betäubt und die Sonde mit einem Gel präpariert, um das Schlucken der Sonde möglichst schmerzfrei zu gestalten. In seltenen Fällen kann die Gabe eines Beruhigungsmittels in die Vene notwendig werden; nur in diesen Fällen ist eine Überwachung im Anschluss an die Untersuchung notwendig. Die Untersuchung wird nüchtern durchgeführt und dauert in der Regel 5 Minuten; auch hier ist das Ergebnis sofort verfügbar und kann mit Ihnen besprochen werden.

Stress-Echokardiographie nennt man ein Herz-Echo unter Belastung. Diese kann entweder körperlich mittels Fahrradergometer oder medikamentös erfolgen. Letzteres bedeutet, dass Ihnen kontinuierlich ein Medikament verabreicht wird, welches die Herzfrequenz und die Pumpkraft des Herzens steigert und so eine körperliche Belastung simuliert. Untersucht wird die Beweglichkeit (Kontraktilität) des Herzmuskels; kommt es unter Belastung zu einer Verminderung der Kontraktilität in einzelnen Muskelabschnitten, ist dies ein Hinweis für Durchblutungsstörungen in der betreffenden Region. Auch diese Untersuchung wird nüchtern durchgeführt und dauert in der Regel 30 Minuten. Das Ergebnis und die eventuell daraus entstehenden Konsequenzen werden direkt mit Ihnen besprochen.

3D-Echokardiographie ist eine neue Option der transthorakalen Echokardiographie. Mit einem besonderen Schallkopf, einem Matrix-Schallkopf, ist hierbei die dreidimensionale Abbildung des Herzens möglich. Dies dient zur besseren räumlichen Darstellung krankhaft veränderter Strukturen des Herzens und zur genaueren Berechnung vergrößerter Herzkammern. So lässt sich das Volumen der linken Herzkammer bei einer Herzmuskelschwäche mit der 3D-Volumetrie zuverlässiger bestimmen, was die Verlaufskontrolle der Herzschwäche unter Therapie einfacher, besser und weniger untersucherabhängig macht.