
Die dilatative Kardiomyopathie, kurz DCM, ist eine Erkrankung des Herzmuskels, die zu einer Vergrößerung des Herzens und einer Pumpschwäche führt. Hierdurch kommt es zu einer Minderversorgung des Körpers. Klinisch bemerken die Patienten häufig eine Luftnot unter Belastung, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, eine Neigung zu Infekten, aber auch Wassereinlagerungen in den Beinen. Der plötzliche Herztod bei jungen Menschen, auch bei Sportlern, aber auch bösartige Herzrhythmusstörungen, können durch eine DCM ausgelöst werden. Allein in Deutschland leiden ca. 500.000 Patienten an dieser schweren Herzerkrankung.
Die Ursachen der dilatativen Kardiomyopathie sind viefältig und teilweise noch nicht genau geklärt. Zu möglichen Ursachen gehören insbesondere die Schädigung des Herzmuskels nach einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis).
Die Prognose der Erkrankung ist bei einer unzureichenden Behandlung ernst. Trotz einer optimierten medikamentösen Therapie bleiben für diese Patienten häufig nur chirurgische Behandlungen wie die Herztransplantation oder die Implantation eines Assist-Devices (herzunterstützende Pumpe). Bei diesen Patienten können sich schwere Wassereinlagerungen, Luftnot, bösartige Herzrhythmusstörungen finden. Daher sollte möglichst eine optimale Therapie erfolgen. Jedoch ist für die Auswahl der geeigneten Therapie die Sicherung der Diagnose entscheidend, da bestimmte Kardiomyopathie-Arten häufig eine spezifische Behandlung benötigen.
Bei Nachweis einer stattgehabten Herzmuskelentzündung (Myokarditis) gibt es die Möglichkeit einer speziellen Blutwäsche, einer Immunadsorption, die aktuell aufgrund eines großen apparativen Aufwandes nur an wenigen Zentren in Deutschland und Europa durchgeführt wird. In Nordrhein-Westfalen werden aktuell hier in Bochum die meisten Immunadsorptionen mit sehr großem Erfolg durchgeführt.
Eine Herzmuskelentzündung wird meist durch Viren ausgelöst und kann zu einer dauerhaften Schädigung des Herzmuskels führen. Ursache hierfür sind entweder eine chronische (dauerhafte) Form der Entzündung oder die Bildung sogenannter kreuzreagierender Antikörper -Abwehr-Eiweisse, die sich gegen das eigene Herz richten. Diese Antikörper lassen sich mit einer speziellen Blutwäsche, der Immunadsorption, herauswaschen.
Um die am Krankheitsgeschehen beteiligten Antikörper zu entfernen, wird das Blut des Patienten zunächst mit Hilfe einer Maschine in Blutzellen und Blutplasma (flüssiger Blutbestandteil) getrennt. Das Plasma, das die Antikörper enthält, wird in einem weiteren Schritt abwechselnd über eine von zwei Immunadsorptionssäulen geleitet. Die Säulen enthalten einen speziellen Liganden (Protein A, ein Eiweiß), der die Antikörper bindet. Während die eine Säule mit Antikörpern beladen wird, wird die andere von diesen freigespült (regeneriert), um anschließend für einen neuen Beladungszyklus zur Verfügung zu stehen. Nach Entfernung der Antikörper wird das Plasma wieder mit den Blutzellen vereinigt und dem Patienten zurückgegeben.
Die Behandlung dauert in der Regel zwischen vier und sechs Stunden täglich und wird über insgesamt 5 Tage, in der Regel Montag bis Freitag, vollstationär durchgeführt.
Die bisherigen internationalen, aber auch die eigenen Ergebnisse zeigen 6 Monate nach Durchführung einer Blutwäsche bei vielen Patienten eine deutliche Verbesserung der Herzleistung und somit auch der individuellen Leistungsfähigkeit.
Gerne klären wir im Rahmen unserer DCM-Sprechstunde, ob dieses Therapieverfahren für Sie in Frage kommt und erläutern Ihnen den genauen Ablauf dieser Therapie.
Die Kosten dieser Therapie werden in der Regel von Ihrer Krankenkasse übernommen.