European Heart Meeting 11
Bericht ESC Meeting 2010
Vortrag Update 1-2012
Neue Score-Systeme
Gesammelte Fakten
Stabile Angina pectoris
Beschwerdebild
Diagnostik
Therapie
Literatur zum Thema
Thrombozytenfunktion
Herzinfarkt = Notfall
Schlafstörung
Kardiomyopathieambulanz
Heart Safe Hospital

Diagnostik der stabilen Angina pectoris

Das diagnostische Vorgehen hängt stark davon ab, ob ein Risikoprofil für eine KHK vorliegt bzw. bekannt ist, ob eine typische oder atypische Angina pectoris vorliegt, und vom Alter und Geschlecht des betroffenen Patienten. In einigen Fällen ist die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer stabilen Angina pectoris auf dem Boden einer koronaren Herzkrankheit so hoch, dass sich weitere diagnostische Tests zum „Beweis“ der klinischen Diagnose erübrigen. Dieser Gedankengang soll an einem Beispiel verdeutlicht werden: klagt ein 65 jähriger Mann mit bekannten kardiovaskulären Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Zigarettenrauchen über eine typische Angina pectoris Symptomatik, liegt die statistische Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich eine KHK assoziierte Angina pectoris vorliegt, über 95%! Diese Wahrscheinlichkeit liegt so hoch, dass weitere Stress-Teste zum Nachweis einer KHK überflüssig sind, oder sogar im schlimmsten Fall verwirrende Ergebnisse ergeben können. In diesem Fall kann sofort zu einer Therapie übergangen werden. Ganz anders der Fall, wenn ein 55 jähriger Mann ohne bekannte Risikofaktoren über atypische Beschwerden klagt, hier liegt die Vortestwahrscheinlichkeit für eine KHK bei ca. 45%, also eine weiterführende Diagnostik wäre sinnvoll.

Das diagnostische „Arsenal“ zum Nachweis/Ausschluss einer kardialen Ischämie ist reichlich bestückt – grundsätzlich lassen sich bildgebende Verfahren, die Plaques im Bereich der Herzkranzgefäße „sichtbar machen“ von solchen Untersuchungen unterschieden, die die Folgen von stenosierenden Koronarplaques – also die Durchblutungsstörung am Herzen – direkt oder indirekt darstellen. Allen Untersuchungstechniken ist gemeinsam, dass sie nicht 100% zuverlässig sind. Auch ist die Ansicht, die eine Technik „besser“ sei als eine andere, nicht korrekt. In Abhängigkeit von der Vortestwahrscheinlichkeit, der exakten Fragestellung, dem aktuellen Beschwerdebild als auch Patienten-spezifischen Faktoren wählt der Kardiologe die „geeignete“ Untersuchungstechnik aus, gelegentlich werden auch verschiedene Techniken miteinander kombiniert.

Diagnostische Techniken zum Nachweis einer stenosierenden KHK

Darstellung der Koronarplaques bzw. Lumeneinengungen

  • Mehrzeilen-Computertomogramm
  • Elektronenstrahl-Tomografie
  • Herzkatheter
  • Intrakoronarer Ultraschall (IVUS)

Nachweis einer Minderperfusion

  • Belastungs-EKG
  • Stress-Echokardiografie
  • Nuklearmedizinische Techniken (SPECT)
  • Stress-Kernspintomografie (Stress-NMR)
  • Positronenemissionstomografie (PET)
  • Intrakoronare Druckmessung